Ideale Bedingungen findet man immer dann vor, wenn die Cypriden in außergewöhnlicher Beißlaune sind. Dies kann bei prallem Sonnenschein und Windstille genauso eintreffen, wie bei klirrender Kälte und Schneegestöber. Es sind zu viele Faktoren, die ihren Einfluß auf das Wohlbefinden der Karpfen ausüben können. Gute und schlechte Angeltage stehen in Abhängigkeit zu langfristigen Wettereinflüssen und niemals nur zum derzeitigen Wetter beim Angeln.
Warmes Wasser an sich ist ideal zum Karpfenangeln; doch wenn durch die Wärme der Sauerstoff knapp wird, ist es mit der Beißlaune auch bald vorbei. Bei großen Gewässern, wo über einen längeren Zeitraum Hitze und Windstille den Sauerstoffgehalt verschlechterten, hat sich herausgestellt, daß die Fische dort am aktivsten waren, wo ein aufkommender Wind das Wasser als erstes in Bewegung versetzte. Auch konnte ich feststellen, daß in Bereichen, die im Windschatten lagen, häufig überhaupt keine Bisse zu verzeichnen waren; während Angler, die im wellenbewegten Wasser ihre Köder anboten, wahre Traumstunden erlebten.
Solltet Ihr während einer Hitzeperiode bei Windstille an einem großen See sitzen und die Karpfenbisse bleiben aus, dann gebt die Hoffnung nicht auf; denn mit aufkommendem Wind kehrt auch der Appetit der Rüssler zurück. Bei ersten Angelversuchen im Sommer an mittelgroßen bis großen Gewässern, gilt deshalb als erste Wahl den Angelbereichen, wo der Wind das Wasser in Bewegung versetzt oder wo eine üppige Pflanzenvegetation die Unterwasserwelt mit Sauerstoff anreichert und somit ideale Voraussetzungen schafft. Unterschiede sind aber auch in der Gewässertiefe zu sehen.
Hier ein paar Regeln zum Karpfenfischen:
1. Bei sehr heißen Sommerperioden die Gewässerabschnitte bevorzugen, wo der Wind das Wasser in Bewegung versetzt.
2.Bei kleinen und flachen Gewässern den Luftdruck bevorzugt beachten.
3. Bei dichtem Uferbewuchs und Regen nahe der überhängenden Sträucher angeln.
4. Beißen die Fische an ihrem Gewässer nachts am besten , dann sollten die Nebeltage benutzt werden.
5. Bei klarem Wasser sehr vorsichtig und vor allem leise zu Werke gehen.
6. Bei klarem, sowie trübem, Wasser die Köder auf unterschiedlichen Entfernungen anbieten, um so besonders fangträchtige Bereiche herauszufinden.
7. Krautfelder bei der Angelplatzwahl beachten, da sie Sauerstoff produzieren und sich dort in der Regel auch die Fische aufhalten.
8. Im Frühjahr die Gewässerbereiche beangeln, die sich am schnellsten erwärmen; also Flachwasserzonen oder Uferbereiche, die die Sonne tagsüber am längsten erwärmt.
Natürlich gibt es kein hundertprozentiges Rezept für den Fangerfolg, aber wenn man sich an ein paar Regeln hält, stellt sich der erste Fang über kurz oder lang von selbst ein.
In diesem Sinne ein kräftiges Petrti Heil!